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Ali Bramwell  installierte in einem vom Wind stark verwüsteten Waldstück zwischen Almertsham und Zunham, ihr Objekt „Schema".

Bramwell greift in ihrer Arbeit in den Naturraum ein, indem sie widersprüchliche, paradoxe Situationen schafft. So verband sie 10 Bäume, welche die Wiederaufforstung weit überragen mit Manschetten, Eisenfedern und Stahlseilen miteinander. Die für einen Wald etwas verloren wirkenden Bäume wurden zu einem Verbund, zu einer Lebensgemeinschaft zusammen gefügt. Jede Bewegung eines Baumes beeinflusst die Bewegungen der Anderen, ein Sinnbild für menschliche Gemeinschaften, für deren Abhängigkeit und Miteinander.

      

Auch das Miteinander in der „Chiemgauer Seenplatte" wurde bereits in der Umsetzungsphase deutlich. Pittenharts 1. Bürgermeister Hans Spiel stellte Ali zur Herstellung der Metallmanschetten seine Werkstatt, Metallbau Spiel, zur Verfügung. Er stand mit Rat und Tat zur Seite bei der Verzinkung. Beim Aufbau vor Ort wurde sie vom Bauhof der Gemeinde Höslwang unterstützt. Bürgermeister Andreas Hintermayer und seiner Gattin sorgten während derAufbauarbeiten mit Kaffee und Kuchen für das Leibliche Wohl.

 

Am 27. Februar 2005 fand unter starkem Schneetreiben die Einweihung des Kunstwerks statt. „chiemseeart" konnte hierzu die Bürgermeister der Gemeinden Höslwang, Amerang, Bad Endorf, Eggstätt, Pittenhart, Obing und Chieming und viele Gemeinderäte begrüßen.

Besonders freute es die Verantwortlichen, dass neben vielen namhaften Künstlern wie Franz Angerer auch Nils Udo der Einweihung und der Segnung des Kunstwerks von Pater Slawek beiwohnte.

 

Ein großes Anliegen des Vereins ist das Interesse für Landart zu wecken und zu vertiefen. Ali Bramwell, Kurator Andreas Pytlik und der Vorsitzende Paul Kluge besuchten aus diesem Anlaß die 3. und 4. Klasse der Höslwanger Grundschule.

Die Kinder nutzten die Gelegenheit, Wissenswertes über die Künstlerin und ihre Arbeit zu erfragen. Schulleiterin Elisabeth Kern erkläte sich spontan bereit, mit den Kindern das Kunstwerk vor Ort zu besichten. Mit Seilen stellten die Kinder das Kunstwerk „Schema" nach. Zum großen Erstaunen wurden sie dort vom Bayerischen Rundfunk, von der Journalistin Frau Töpsch über ihre Eindrücken interviewt.

Kunst war für die Kinder nichts abstaktes sondern plötzlich erlebbar.

 

 

Arbeitsgemeinschaft Leader+

 „Was lange währt, wird endlich gut", mit diesem sinnigen Sprichwort ist am besten die Entwicklung des Leader+-Projektes „chiemseeart" zu beschreiben. Nachdem im letzten Jahr der Verein „chiemseeart e.V." an die sieben Leader+Gemeinden im nördlichen Chiemgau, Amerang, Bad Endorf, Höslwang, Obing, Pittenhart, Seeon-Seebruck und Eggstätt herangetreten ist mit dem Ziel, Landart, das heißt Kunst in der Natur und mit der Natur in unserem Raum zu etablieren und die sieben Gemeinden von diesem Projekt sehr angetan waren, konnte nunmehr in Höslwang das erste Kunstwerk der Öffentlichkeit übergeben werden. Dieses Bildnis „Schema", das zehn Bäume miteinander verbindet, ist beinahe symbolhaft für unsere sieben Gemeinden. Mit dieser Verbindung wird der Zusammenhalt und die Zusammengehörigkeit dokumentiert, wobei gleichzeitig Flexibilität und Eigenständigkeit möglich ja sogar erforderlich sind, um die Entwicklung des Ganzen zu gewährleisten.

 

Ziel des Projektes „chiemseeart" ist es, die kulturelle Identität unserer Region zu stärken und etwas besonderes zur Entwicklung des Tourismus in unserer Gegend, insbesondere dann auch in Verbindung mit dem gemeinsamen Rad- und Wanderwegekonzept, beizutragen. Deshalb war für die kommunalpolitischen Verantwortlichen in den sieben Gemeinden es trotz knapper Kassenlage fast selbstverständlich über Leader+ zur Finanzierung der Landart-Projekte beizutragen. Für die nächste Zeit erhoffen wir uns ähnlich zündende Ideen, die in den anderen Gemeinden realisiert werden sollen, um die Kunstrichtung Landart vermehrt ins Gespräch zu bringen.

 

Stefan Beer

Vorsitz. der Arbeitsgemeinschaft Leader+