Im Rahmen von chiemseeart plant Nils-Udo eine Installation im Gemeindegebiet Amerang. Realisierung geplant 2007.
Moosbauerplatz
Bad Endorf
Vorentwurf
Umgestaltung des Moosbauerplatzes bis zum Anschluss an die Bahnhofstrasse, sowie gestalterische Zusammenführung mit dem bereits realisierten Bahnhofplatz.
Rupert Schelle Landschaftsarchitekt
Andreas Pytlik Künstler und Kurator
Situation
Der Platz ist im Moment „möbliert“ mit einem Brunnen, Pflanztröge und Pflanzgittern. Dies soll alles abgeräumt werden. Gerade die Holztröge und Pflanzgitter vermitteln einen ungemütlichen Baumarktcharme. Der Platz lässt sich als Lebensraum nicht wahrnehmen. Von der Bahnhofstrasse besteht kein optischer Anschluss zum Moosbauerplatz. Die Nähe und Anbindung zum Bahnhof wird im Moment nicht genutzt. Der Name Moosbauerplatz findet keine gestalterische Unterstützung, der Platz hat daher keine Identität.
Neues Zentrum des Platzes
Neues Zentrum des Platzes solle ein 5 m x 5 m großer Diabas Stein, Grünstein, werden, der 50 cm hoch ist. Unter dem Stein, an den Rändern, quillt Wasser hervor, wie eine quadratische Quelle, in der der Stein wie ein Floß schwimmt. Auf dem Stein kann man sitzen, liegen, spielen. Das unter dem Stein heraus quellende Wasser ist abends grün beleuchtet. Der Stein ist geschliffen, wie ein Kiesel am Fluss. Dadurch wirkt er grau, wenn er trocken ist – wenn er nass wird zeigt er seine Zeichnung und seine hellen und grünlichen Einschlüsse. Trocken - verhüllt er sich wieder wie ein Kieselstein.
Neue Struktur
Durch Bäume wird der Platz neu strukturiert. Am Restaurant schaffen die Bäume eine intime Grenze für die Gäste und spenden im Sommer Schatten. Diese Bäume werden von unten mit grünem Licht angeleuchtet und verbreiten so das grüne Licht durch ihre Blätter. Abends lebt der Platz durch das grüne Wasser, das unter dem Stein hervorquillt und den grünen Baumkronen. Zu den Bäumen werden an Hausecken, zur Grünfläche, am Restaurant und zum Parkplatz hin Stockrosen ausgesät. Diese schaffen eine Verbindung zwischen Häusern, Platz und angrenzenden Bereichen. Mit verschiedenen Farben vermitteln sie den Eindruck wild wachsender Blumen und lösen das Gefühl einer unfreundlichen Steinwüste auf. Statt den herkömmlichen Bänken werden Diabasbänke und Hocker auf dem Platz verteilt versetzt. Die Struktur des Moosbauerplatzes mit Bäumen, grünem Licht und den Grünsteinen wird bis zur Bahnhofstrasse vorgezogen und bindet den Vorplatz der Bäckerei Miedl mit ein. Dort wo jetzt das Hinweisschild für den Moosbauerplatz steht wird eine Quelle installiert aus der eine Glasstehle ragt, für die Firmenschilder. Diese wird abends auch grün illuminiert. Entlang des Zugangs von der Bahnhofstrasse werden lange Sitzbänke aus Diabas aufgestellt. Schmale Bäume und grünes Licht schaffen die Verbindung zwischen Bahnhofstrasse und Moosbauerplatz. Die Bänke schaffen die Möglichkeit sich dort aufzuhalten, um Eis zu essen oder eine Strassenkaffee zu trinken. Der Weg, der nach Norden vom Moosbauerplatz in das Wohngebiet führt, wird in die Mitte zwischen die beiden Häuser verlegt. Die Gastronomie erhält dadurch mehr Privatsphäre. Alle Sichtachsen des Moosbauerplatzes laufen so zentral auf die Quelle und den großen Stein hin. Der hintere, jetzt verborgene Teil des Moosbauerplatz, wird zu einer Grünfläche. Durch Treppen und Bäume wird dieser Teil offener und sichtbarer Bestandteil des Moosbauerplatzes.
Beleuchtung
Die gesamte Platzbeleuchtung kommt von unten und beleuchtet das Wasser und die Bäume. Das Licht ist grün. An Hausecken werden weiße Leuchten angebracht, um speziell im Winter die Sicherheit gewährleisten zu können. Aber auch im Winter erinnert das grüne Licht, das im Schnee leuchtet an den sicher nahenden Frühling.
Zur Idee
Der jetzt etwas unfreundlich wirkende Platz soll zum Lebensraum umgestaltet werden. Das quellende Wasser, das GRÜN des Lichtes, der Bäume und die Stockrosen verbinden den Platz mit der Natur Bad Endorfs. Ein Verweis auf das Wasser und das Umland als Lebensgrundlage Bad Endorfs. Die Menschen sind eingebunden und können den Platz nutzen. Sich auf die Steine setzen, auf den großen Stein legen, im quellenden Wasser die Füße kühlen, Kinder können auf dem Stein spielen. Durch die Stockrosen erhält der Platz das Gefühl von ungestümen Wachstum, die Blütenfarben und das grazile der hochwachsenden Stockrosen schaffen eine Leichtigkeit und Natürlichkeit – lösen Kanten und Grenzen des Platzes punktuell auf. Auf dem Großen Stein wird ca. 10 cm x 10 cm an einer Ecke „GREEN – made in germany“ eingraviert. Als Verweis auf das am Platz stattfindende Leben – auf das SEIN. Der Name Moosbauer Platz bekommt mit dieser Gestaltung eine poetische und spürbare Umsetzung. Das GRÜN des Lichtes und des Wassers spielen mit dem Gefühl an einer Waldquelle im Moos zu sitzen. Der Titel der Platzinstallation „Moosgrün“. Der Moosbauerplatz wird optisch angeschlossen an die Hauptstrasse, durch die Bäume öffnet sich der Platz wie eine Lichtung. Die Zugänge werden in die Gestaltung eingebunden. Dadurch bekommt der Moosbauerplatz und sein Umfeld eine eigene Identität und wird für den Publikumsverkehr aus allen Richtungen geöffnet. Die Parkplätze im Tiefgeschoss sollten unbedingt öffentlich nutzbar bemacht werden um auch der Nähe zum Bahnhof gerecht zu werden. Hierdurch wird der Publikumsverkehr auf dem Moosbauerplatz gesteigert. Die gesamten umliegenden Geschäfte können hiervon profitieren. Das Publikum eines Park and Ride Verkehrs wird das Angebot der Gastronomie und Einzelhändler leichter nutzen können.
Andreas Pytlik und Rupert Schelle, Dezember 2006






